Defokussierung als zentrales Prinzip der Resilienz

Defokussieren ist das Gegenteil von Fokussieren. Bei letzterem handelt es sich um die Konzentration auf einen bestimmten Aspekt, sei es nun auf die Lösung einer Aufgabe, oder auf ein Problem. Bei der Defokussierung hingegen erweitert sich die Wahrnehmung. Das heißt, wir nehmen defokussiert mehr wahr.

Defokussierung als Resilienzprozess

Für die Resilienz ist Defokussierung ein sehr wichtiges Instrument. Wir sind biologisch dazu veranlagt uns stark auf Probleme zu konzentrieren. In der Steinzeit konnte ein Jäger sich schlecht für die Blumen in der Gegend interessieren, wenn ein Säbelzahntiger vor ihm stand. Dieses Beispiel ist für die heutige Zeit zwar etwas übertrieben, dennoch tendieren wir stets dazu, Probleme deutlicher wahrzunehmen und uns darauf zu konzentrieren.

Dadurch bringen wir uns jedoch in einen schlechten Zustand. Das Ziel von resilienten Menschen ist es, dass sie sich gut fühlen. Da kommt dann die Defokussierung ins Spiel. Wenn wir unseren Fokus erweitern gelingt es uns, neben dem Problem auch positive Aspekte wahrzunehmen. So können wir defokussiert mehr Ressourcen wahrnehmen, die in einem fokussierten Zustand ausgeblendet wurden. Diese helfen dann für einen resilienten Umgang mit Problemen.

Wie defokussiere ich?

Defokussieren bedeutet nicht, mehrere Dinge gleichzeitig machen zu wollen. Bei der Bearbeitung einer Aufgabe ist defokussieren nicht hilfreich, da die Konzentration auf eine Sache sehr viel sinnvoller ist, als auf mehrere gleichzeitig. Defokussieren bedeutet also nicht Multitasking, sondern eher ein geweiteter Wahrnehmungsfilter.

Versuchen Sie einmal, zusätzlich zu dem Lesen dieses Textes auf ihre Umgebung zu achten.

Was hören Sie? Sitzen Sie bequem?

Bei der Defokussierung handelt es sich dabei, mehr als nur einen Aspekt wahrzunehmen. Aspekte, die Ihnen vielleicht die eine Aufgabe leichter machen.

Beim Fokussieren passieren schnell Verallgemeinerungen. „Ich das passiert mir immer“. Um hier den Fokus zu erweitern können Sie fragen: Wirklich immer? In welchen Situationen war es anders? Durch Fragen, die ihnen einen zusätzlichen Aspekt aufzeigen, oder die ihre Wahrnehmung auf mehrere Aspekte gleichzeitig lenken, können Sie defokussieren. Und damit auch Ihre Resilienz stärken.

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