Ekel zum Schutz vor falschem Verhalten

Wenn uns etwas Abstoßendes oder Verunreinigtes begegnet, so reagieren wir mit Ekel. Und das ist auch gut so! Ekel ist eine Schutzmaßnahme unseres Körpers, die uns nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor sozial unangemessenem Verhalten schützt.

Ekel als Basisemotion

Ekel hat demnach zwei Komponenten; Zum einen ist es eine bio-chemische Reaktion, die sich auf unser Nervensystem auswirkt. Ekel ist eine der sieben Basisemotionen, also eine der wichtigsten Empfindungen, die wir haben. Sie steht meist in Verbindung mit starker Abneigung und Widerwillen.

Ekel äußert sich körperlich mit Übelkeit oder Brechreiz, aber auch mit stärkeren Reaktionen wie sinkender Blutdruck oder auch Ohnmacht. Die Emotion wird durch sogenannte „Trigger“ ausgelöst; dem Kontakt mit einer Verunreinigung oder einem abstoßenden Objekt.

In der Mimik zeigt Ekel sich dadurch, dass die Nase gerümpft wird, meist in Kombination mit einer hochgezogenen Oberlippe. Bei einer starken Ekelreaktion kann auch die Zunge hervorgestreckt sein. Das Nasenrümpfen gilt in ritualisierter Form auch als Zeichen der Missachtung. Die Fähigkeit, solche Signale richtig deuten zu können nennt man Mimikresonanz.

Ekel als Sozialisationsfaktor

Zum anderen muss die sozial-psychische Komponente von Ekel berücksichtigt werden. Ekel ist nämlich nicht nur ein angeborener Instinkt, sondern wird auch in der Sozialisation erlernt. Durch die gesellschaftlichen Regeln, die uns in unserer Kindheit beigebracht werden, lernen wir angemessenes Verhalten. Auf sozial inadäquates Verhalten wird uns beigebracht mit Ekel zu reagieren.
Also dient Ekel uns auch als Prävention vor ebenfalls „falschem“ Verhalten. Bei dieser Reaktion steht ekel in engem Zusammenhang mit der weiterführenden Emotion Scham. Im Zusammenspiel schützen Ekel und Scham unsere „soziale Basisidentität“.

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